Faltboote
Allgemein
Was ist ein Faltboot?
...ein Boot, das sich falten lässt?
Vor- und Nachteile von Faltbooten
Faltboottechnik
Faltboot Materialien
Zur Geschichte des Faltbootes
Spektakuläre Unternehmungen m. Faltbooten
Interessante Links
Hypalon CSM
Eloxal-Verfahren
Faltkajak: Informationen
Faltkanadier: Informationen
Boote: Softfacts
Allgemein
Mit der Entwicklung der Faltboote ist der Paddelsport populär geworden.
Faltboote verbinden die Möglichkeit einer einfachen Lagerung und unkomplizierten Transportes mit den vorzüglichen Eigenschaften eines vollwertigen Kajaks bzw. Kanadiers.
Wir bieten eine Vielzahl von Booten für die verschiedensten Einsatzgebiete – vom Badeurlaub bis hin zur Expedition. Allen Booten gemeinsam ist die Möglichkeit sie im Auto, Bahn oder Flugzeug in Packtaschen verpackt einfach zu transportieren. Entlegenen Reisezielen, spontanen Routenplanungen der Urlaubsreise oder einfach dem Boot an einem See wo es sonst keines zu mieten gibt, steht also nichts mehr im Wege. Und dies alles mit Booten, die sich durch eine Qualität auszeichnen, die ihresgleichen sucht.
Was ist ein Faltboot?
Das Faltboot besteht aus einem Gerüst, bei vielen Booten wunderschön und klassisch aus Holz gefertigt, und einer Bootshaut. Auch Aluminiumgerüste werden verwendet - richtig konstruiert bieten die Faltboote mit Aluminiumgerüst Gewichtsvorteile, die nur noch von einem Faltboot mit Carbongerüst übertroffen werden können. Die Faltboothäute bestehen aus sehr widerstandsfähigen Materialien.
Was sollte man wissen, wenn man etwas tiefer in die Materie des Faltbootes eindringen will? Ausgehend von der Frage „Was ist ein Faltboot?“, geben wir Ihnen auch einen Einblick in die Geschichte des Faltbootes. Immerhin begann diese in Europa bereits vor über 100 Jahren. Wie sich Abenteuerlust und Faltboot verbinden lässt, lassen spektakuläre Unternehmungen großer „Faltboot- Veteranen“ erahnen.
Wenn wir Sie in die Welt des Faltbootes entführen, wollen wir Ihnen auch die Vor- und Nachteile – die nicht immer Nachteile sein müssen, wenn man sie zu Vorteilen werden lässt....! - aufzeigen. Zur Technik und den Materialen nehmen wir anhand eines Klepper-Modells Stellung. Die verschiedenen Hersteller bieten natürlich die unterschiedlichsten Kombinationen und Ausführungen an, Sie sollen hier über Grundsätzliches informiert werden. Falls Sie eine Paddel-Tour planen, könnten Ihnen unsere Adressen „Informationen über Paddel-Touren“ dienlich sein. Und unter „Interessante Links“ geben wir Ihnen eine Reihe von Internet-Adressen an, in denen Sie stöbern können. Ganz nach ihrem Interesse!
...ein Boot, das sich falten lässt?
Seit einiger Zeit erfreuen sich Faltboote wieder wachsender Beliebtheit, „Seit den 90er Jahren beobachte ich eine Art Renaissance des Faltbootes“, sagt Herbert Kropp aus Oldenburg, der Herausgeber des „Faltboot-Jahrbuchs“. Den Booten hängt etwas Besonderes an – zu Recht, wie Kropp findet. „Faltboote sind etwas für Individualisten“. Tatsächlich braucht es etwas Muße, bevor es aufs Wasser geht. Denn Faltboote müssen, im Vergleich zu den festen Kajaks oder Kanadiern, erst zusammengebaut werden. Dafür wird ein Gestänge aus Streben und Spanten zusammengesetzt und in eine Bootshaut gesteckt. In der Regel dauert das nicht länger als eine halbe Stunde.
Um die beiden 20 bis 35 Kilogramm schweren Bootssäcke unterzubringen, braucht es weder Garage noch Bootshaus, und der Transport im Zug oder als Zusatzgepäck im Flugzeug ist in der Regel kein Problem - "Faltboote sind Reiseboote“!
Aufgrund ihrer breiten, flachen Rümpfe werden sie auch nicht leicht kippen. Faltboote verzeihen damit so manchen Anfängerfehler. Dazu kommt, dass Faltboote bei richtiger Pflege Jahrzehnte halten. Die Bootshäute sind nicht so empfindlich, wie man sich dass vielleicht vorstellen mag, und sie lassen sich reparieren. Ersatzteile für Standardmodelle können bei den Herstellern bestellt werden.
Beim Kauf eines Faltboots entscheiden Bauweise und Material. Auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten, wird unter zahlreichen Varianten ausgewählt. So scheiden sich hier z.B. die Geister an Modellen mit oder ohne Luftschläuchen an den Seiten - der Vorteil liegt im einfacheren Aufbau, da die Bootshaut ihre Spannung durch das Aufblasen des Luftschlauchs erhält. Bei den anderen Modellen muss das Gestänge mit etwas Kraft in die Haut gedrückt werden, sie liegen dafür besser im Wasser. Und natürlich gibt es auch bei den Materialien Unterschiede: Während die Oberhaut meist aus einem festen Baumwollstoff besteht, geht es dabei vor allem um die Unterhaut, für die in den meisten Fällen Hypalon oder PVC verwendet wird.
Beim Gestänge kann man wählen: Zwischen den verbreiteten Holzgerüsten - für sie spricht die lange Haltbarkeit und dass sie vergleichsweise einfach zu reparieren sind - oder den Alugestängen. Diese zeichnen sich durch ihr geringeres Gewicht aus, sind aber bei Touren in Salzwasser anfällig für Korrosion. Da hilft gutes Fetten der Steckhülsen vorher und Spülen mit Süßwasser hinterher. Eine Alternative dazu sind die leichteren Karbonstangen, die allerdings etwas teuer sind. Also auch hier: Es zählen die individuellen Bedürfnissen. Denn die Preisspanne beim Kauf eines Faltbootes reicht von rund 1.500 bis 6.000 Euro und hängt von Material und Hersteller ab.
Neu muss das Boot aber gar nicht sein: Gebrauchte Faltboote sind häufig für einige hundert Euro zu haben. Gerade der eigene Charakter ist es, was Faltboot-Fans schätzen, und etwas Patina macht ein Faltboot eben zu etwas Besonderem.
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Vor- und Nachteile von Faltbooten
Die Vorzüge eines Faltbootes liegen auf der Hand: Es lässt sich leicht verstauen und transportieren, denn es passt in zwei Packtaschen: Bootshaut, Spanten und Stäbe, Sitz und Spritzdecke, Ruder und Steuerpedale – ein Faltboot ist Handgepäck! Faltbootfahrer tragen es an Flüsse und Seen ebenso wie an Meeresküsten. Ob im Kofferraum eines PKW, im Inneren eines Wohnmobils oder eines Wohnwagens, das Faltkajak ist gut aufgehoben!
Ein Faltboot zeigt seine Vorteile daher besonders auf Reisen im Zug, Bus oder Flugzeug, aber auch an Bord eines Schiffes, wo es als Beiboot dienen kann. Es lässt sich in der Mietwohnung unterbringen, auch wenn keine Garage zur Verfügung steht.
Es bieten sich wahlweise eine Ausführung aus Holz- oder Alugerüst an. Beide Materialien haben ihre spezifischen Vorteile. Die Alu-Modelle sind leicht, preisgünstig und finden in einem einzigen Rucksack Platz. Holzgerüste sind beständig – Haltbarkeit von über 30 Jahren – und leicht zu reparieren. Ihr Reiz liegt zudem in ihrer speziellen Ästhetik. Beide Gerüsttypen sind gleich pflegeleicht. Die vielen Einzelteiles eines Faltbootes lassen sich bei Bedarf einfach auswechseln, improvisieren oder nachbauen.
Entgegen der landläufigen Meinung sind Faltboote sehr robust. Heute werden bei moderrnen Faltboote Seitenluftschläuche verwendet die sowohl für eien einfachen Aufbau des Bootes sorgen, Kippstabilität und Sicherheit bieten, aber auch für einen Schutz bei einem Hinderniskontakt sorgen. Das Boot muss daher nicht alle Schläge und Belastungen wie en Hartschalenboot "hart" ertragen, sondern gibt (der Klügere gibt nach :-) ) in gewissen Grenzen nach.
Zu Wartung und Pflege sei erwähnt, dass die Lagerung der Bootshaut über einen längeren Zeitraum, möglichst nicht im gefaltetem Zustand erfolgen sollte. Auch sollte die Haut nach jeder Tour gut trocknen.
Faltboottechnik
Ein Faltboot besteht aus einem zerlegbaren Gerüst und aus einer flexiblen Bootshaut. Alle Teile können leicht je nach Modell in ein bis drei Packtaschen verstaut werden.
Wir beschreiben am Beispiel eines original Klepper-Faltbootes die Technik und das Material.
Das Gerüst besteht aus luftgetrocknetem Gebirgseschen- und Birkensperrholz, wie es auch für hochwertige professionelle Golf- und Hockeyschläger verwendet wird. Das Holz ist nach dreimaligem Tauchlackieren in Marine-Speziallack seewasserbeständig und widersteht dadurch auch den härtesten Belastungen. Hieraus resultiert auch die außerordentliche Langlebigkeit des Faltbootgerüstes. Die gesamte Faltbootkonstruktion widersteht sowohl Kompression als auch Verwindung. Der Klepper Aerius entstand unter Einbeziehung sowohl der Wünsche vieler erfahrener Tourenspezialisten als auch denen des Militärs. Aufgrund der natürlichen Holzkonstruktion kann das Faltboot auch auf einer Tour schnell repariert werden. Das patentierte Steck- und Schnappsystem aus speziell gehärtetem und eloxiertem Aluminium*, das aus dem Flugzeugbau stammt, ist Garant für schnellen Aufbau ohne den Einsatz jeglichen Werkzeugs.
Das Faltbootverdeck besteht aus ausgewählter, wasserdicht gewebter Baumwolle. Sie ist speziell imprägniert und trotzdem extrem atmungsaktiv. (Diese Eigenschaft kommt vor allem beim Einsatz von Spritzdecken zum Tragen.
Für die Faltboothaut kommt Hypalon*, ein strapazierfähiges Kautschukgemisch zum Einsatz. Es ist durch sein hochwertiges Trägergewebe sehr robust und sorgt auch für die Isolierung, z.B. in kaltem Wasser. Durch spezielle Fertigungsmechanismen wird eine hohe Flexibilität erreicht, auch noch in Temperaturbereichen von 25 Grad minus oder 65 Grad plus.
Längs der Innenseite des Bootes sind z.B. beim Klepper Aerius zwei (beim Quattro vier) integrierten Luftschläuche angebracht, sie enthalten 65 (150) Liter Luft und stellen so die hohe Kippstabilität und hohe Tragfähigkeit sicher. Die Luftschläuche erlauben außerdem eine variable Bootsform, je nach Einsatzgebiet und Beladungszustand.
Eine 5-Jahres Garantie umfasst bei Klepper alle Defekte oder Fehler, die das Material oder die Herstellung betreffen. Sie ist übertragbar. Durch die Erprobung in extremen Situationen wie arktische Kälte oder tropischer Hitze hat etwa das Klepper-Faltboot schon viele überzeugt: Es wird sowohl von Expeditionsausrüstern und professionellen Sportlern wie auch vom Militär eingesetzt. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Faltbootes liegt bei 20 Jahren. Mit guter Pflege erhalten Sie aber auch ohne Probleme ein Alter von 35 Jahren und mehr.
Faltboot Materialien
Das Faltbootgerüst
Warum wird für das Gerüst oft Holz verwendet? Ein Herausgeber eines Kanumagazins sagte einmal: "Wenn Holz heute erfunden worden wäre, würde man es als das Zaubermaterial aller Zeiten betrachten." Speziell Holz der Qualitätsstufe, mit dem wir heute arbeiten (amerikanische Weißesche), ist das ideale Material für das Gerüst eines Faltbootes. Es ist sehr fest und extrem widerstandsfähig gegen Belastung oder andere Umwelteinflüsse. Außerdem ist es das Material, das im Gelände am leichtesten zu reparieren ist. Die Ersatzteile sind langlebig verschleißfest, Gerüste die 50 Jahre und länger halten, sind keine Seltenheit.
Die für die Holzgerüste verwendeten Holz-Werkstoffe sind amerikanische Weißesche als Massivholz und speziell verleimtes Birkensperrholz, grundsätzlich 1. Qualitätsstufe.
Nach dem mechanischen Zuschnitt der Holzgerüstteile werden diese durch Stempelung markiert und anschließend einer dreifachen Tauchlackierung unterzogen. Die jeweilige Trockenzeit nach den Tauchgängen beträgt 8 - 12 Stunden. Dieser intensive Lackschutz des hochwertigen dreischichtigen Tauchlackes hält normalerweise ein Bootsleben lang. Anschließend werden die Gerüstteile an den Beschlagspositionen mittels Mehrspindelautomaten vorgebohrt und mit den Beschlägen durch Vernietung oder Verschraubung versehen.
Die Faltboot-Beschläge
Die Beschläge bestehen aus hochwertigem gehärtetem und eloxiertem Aluminium (salzwasserbeständig). Sie werden im Fall der Firma Klepper ausschließlich für KLEPPER-Faltboote produziert.
Das Faltbootverdeck
Alle Verdeckstoffe der Klepper Aerius Modelle werden aus lichtstabilisierten, spezialimprägnierten, wasserdichten und atmungsaktiven Baumwollgewebe-Stoffen hergestellt. Sie sind seit vielen Jahren bewährt und werden ständig einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen.
Die Klepper-Bootshaut
Die Beschichtung der schwarzen Bootshaut besteht aus einer Mischung aus Naturkautschuk und HYPALON und wird seit vielen Jahren für militärische Einsätze und anspruchsvolle Expeditionen nicht zuletzt wegen der dunklen Farbe bevorzugt eingesetzt. Die Beschichtung der grauen Bootshaut besteht aus der seit Jahrzehnten bewährten Gummimischung, Naturkautschuk und CSM. Sie ist bekannt für ihre hohe Gebrauchstüchtigkeit und Lebensdauer.
In beiden Varianten wird das höchstbewährte Trägergewebe TREVIRA hochfest als Festigkeitsträger verwendet, wodurch die Robustheit der KLEPPER-Bootshaut gesichert ist. Die KLEPPER-Bootshaut wird auf modernen Kalandern in Deutschland unter den strengen Qualitätsvorschriften nach ISO 9000 erzeugt.
Trevira ist ein Kunstwort und geschützter Handelsname für eine synthetische Chemiefaser auf Polyesterbasis. Sie weist eine hohe Festigkeit auf und kann vielseitig verwendet werden.
Entwickelt wurde die Kunstfaser im Jahr 1956 von der Frankfurter Hoechst AG. Sie wurde großteils im Werk Bobingen bei Augsburg produziert. Das Bunt-Färben der Faser wurde von Helmut Gerstenberg erfunden. Der Ausstoß der pflegeleichten, elastischen und temperaturbeständigen Faser wuchs seit den 1960er Jahren beständig. Zunächst wurde der Nutzen hauptsächlich im Bekleidungssektor gesehen. Die deutsche Modedesignerin Jil Sander kreierte eine eigene Kollektion auf Trevira-Basis.
Inzwischen verwendet z.B. Pakboats beim Arrow Faltkajak als Material bei der Herstellung der Bootshaut hochabriebfestes Polyurethan. Dies vor allem, um Gewicht zu reduzieren.
Zur Geschichte des Faltbootes
Der Wunsch des Menschen auf schwimmenden Gegenständen das Wasser zu überqueren ist uralt. Die Notwendigkeit solcher Wasserfahrzeuge zum Jagen oder Fischen und Transportieren sorgte schon sehr früh für die Entwicklung von Booten. Damals wurden Kanus zum Überleben benötigt, heute verbringen wir unsere Freizeit mit ihnen.
Schon 500 v.Chr. wurden mit Faltbooten Waren von Armenien nach Babylon transportiert. Die Bootshäute wurden von mitgeführten Eseln wieder zurückgetragen. (Herodot)
Die Eingeboren auf den Aleuten, einer Inselgruppe in Fortsetzung der Alaskahalbinsel, verwenden seit alter Zeit nicht zerlegbare Kajaks mit Gerüsten aus Treibholz, Knochen und einer Bespannung aus Tierhäuten. Mit diesen Baidarkas* gehen sie auf die Jagd nach Seelöwen. Von Größe und Form können sie am ehesten als Urahnen der modernen Faltboote gelten.
* Das Wort Baidarka kommt aus dem Russischen und bezeichnet die ein- und zweisitzigen Boote der Aleuten und Kodiaks, die von den Russen während der Kolonialisierung Alaskas als wichtigstes Transportmittel übernommen wurden.
Die Geschichte des Faltbootes in Europa begann vor über 100 Jahren. Am 30. Mai 1905 zog der Architekturstudent Alfred Heurich im Kurort Bad Tölz ans Ufer der Isar. Für 30 Mark hatte der junge Tüftler Leinenstoff und Bambusstäbe gekauft und daraus den ersten fahr- und faltbaren Kajak der Moderne gebaut, den er an diesem Frühlingsmorgen ausprobieren wollte. »Am Fluss angelangt«, schrieb Heurich später über seine Jungfernfahrt im Luftikus, »spannte ich die wasserdichte Segeltuchhaut durch ein Gerüst von dünnen Stäben in einer Viertel Stunde auseinander.« Die 50 Kilometer von Bad Tölz bis München fuhr er in knapp fünf Stunden: »Die Fahrt war auf der hochgehenden Isar ein großes Wagnis, und dreimal schwebte ich in ernstlicher Gefahr, die ich mit ruhiger Überlegung und blitzschneller Entschlossenheit überwand.«
Im Völkerkundemuseum in München hatte Heurich die Boote der Inuit gesehen, den Urtyp aller Kajaks. Das Gerippe aus Treibholz und Tierknochen war mit Seehundleder bezogen – zum wiederholten Auf- und Zusammenbau waren die Boote allerdings weder gedacht noch geeignet. Heurich aber versuchte genau das und experimentierte mit biegsamen Stäben: »Ich baute es zerlegbar, so dass ich es in einem Rucksack und einem mannlangen Futteral auch im Eisenbahnabteil ohne Kosten und als Handgepäck mitnehmen konnte.« Mehr als 100.000 Flusskilometer fuhr der Abenteurer, er zeichnete Gewässerpläne, die er auf neue Art faltete und Streckkarten nannte, er schrieb Anleitungen für das Faltbootfahren und wurde so zum Vater des Flusswanderns.
Nach seiner geglückten Isarfahrt baute Heurich zwei Jahre lang Faltboote, vertrieb sie vorrangig an Studenten und verkaufte die Lizenz schließlich an Johann Klepper. Der Sportartikelhändler Johann Klepper aus Rosenheim lizenzierte 1907 Heurichs Konstruktion und begann die Serienfertigung. Er verfeinerte Konstruktion und Baumaterialien, und schon in den zwanziger Jahren erlebte der Faltbootsport seine Hochzeit. Hinaus in die Natur, lautete die Devise der Großstädter. Paddler verstanden sich als Wasserwanderer, das Bootsgerüst aus Eschenholz und verleimtem Birkenholz wurde stabiler und die Faltboothaut des Unterschiffs durch eine Kautschukbeschichtung endlich wasserdicht.
In den Anfängen hatte man mit manchen technischen Problemen zu kämpfen, vor allem aber mit gesellschaftlichen Widerständen: Ruderer und Segler fürchteten um ihre Revierhoheit und forderten, »das Herumvagabundieren auf dem Wasser zu unterbinden«. Frauen erregten in »unschicklicher Kleidung«, also in Hosen, Anstoß. Doch die Naturromantiker ließen sich nicht aufhalten. Das Faltbootfahren entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem Massenvergnügen. Die Deutsche Reichsbahn setzte in den 1920er Jahren sogar Sonderzüge für Faltbootfahrer ein, die am Wochenende in großen Scharen zum „Wasserwandern“ die Flüsse und Seen eroberten. Sogar an den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin nahmen Faltboote teil. Diese Popularität erreichten sie allerdings während des Zweiten Weltkriegs und danach nicht mehr. Durch die aufkommende Motorisierung ab den 1950er Jahren konnten die steifen, nichtzerlegbaren Kunststoffkajaks auf den Autos transportiert werden, was zu starken Rückgängen der Faltboote führte. Dennoch waren Faltboote noch bis in die 1970er Jahre auf deutschen Gewässern häufig zu sehende Fahrzeuge, danach seltener. Seinerzeit fertigten in Deutschland mehr als 60 Hersteller 150 verschiedene Einer- und Zweiertypen.
Auf Alfred Heurichs Spuren wagte sich so mancher auf aufregende Fernfahrt: Auf der Donau bis zum Schwarzen Meer, auf der Rhone bis zur Mündung und einmal den Nil entlang. Roald Amundsen unternahm 1926 eine Nordpol-Expedition, Franz Romer überquerte 1928 von Lissabon aus den Atlantik. Hannes Lindemann tat es ihm 1956 in einem serienmäßigen Zweier von Klepper gleich. Er ging nach 72 Tagen in St. Martin an Land. Überlebt hat er mit karger Verpflegung, Dosenmilch und Bier, mit autogenem Training und vier Leitgedanken: Ich schaffe es! Kurs West! Nimm keine Hilfe an! Nicht aufgeben! Auf hoher See bastelte sich der Arzt aus einem Paddel einen Achtermast, aus einem Stück Draht die Segelbefestigung. Als das Ruder brach, musste er mit den Händen steuern, als er kenterte, kam er nur mit Mühe wieder ins Boot. Die Fahrt des heute 83jährigen wurde eine Sensation, Lindemanns Faltboot steht heute im Deutschen Museum in München.
Während das Wasserwandern in der DDR immer populär blieb, kam das Faltboot in der Bundesrepublik in den sechziger Jahren aus der Mode. Wer wollte, legte sich sein Boot nun auf das Autodach. Falten war out, Plastik der Renner: Fiberglasboote, billiger und vermeintlich weniger umständlich, wurden nun gekauft. Heute sind Faltboote längst wieder auf der Höhe der Zeit. Sie genießen bei einer überschaubaren, aber wachsenden Fangemeinde Kultstatus. Städter suchen die Stille von Flüssen und Seen, wollen die Natur abseits der Fernstraßen erleben – und haben die Freiheit gerne im Handgepäck.
Spektakuläre Unternehmungen mit Faltbooten
Die bevorzugten Reviere der Faltboote liegen zwar im Binnenland und an den Küsten, aber es gab auch auf den Weltmeeren spektakuläre Aktionen:
1928 überquerte Franz Romer den Atlantik in einem Klepper Faltboot. Er verwendete ein segelbares Boot, um von Lissabon aus in 58 Tagen über den Atlantik zu fahren. Nach einem Zwischenstop in St. Thomas ist er verschollen.
Im Jahr 1932 startete der Deutsche Oskar Speck zu einer in der Geschichte wohl einmaligen Reise. Mit seinem Faltboot fuhr er alleine von Ulm aus um die halbe Welt bis Australien. Nach sieben Jahren erreichte er 1939 sein Ziel. Heute findet man sein Boot im Australian National Maritime Museum in Sydney.
Im Jahr 1956 überquerte der deutsche Arzt Dr. Hannes Lindemann in einem Klepper-Faltboot Liberia III in 72 Tagen den Atlantik. Es ist bis heute das kleinste Wasserfahrzeug, mit dem jemals ein Mensch den Atlantik lebend überquert hat. Das Boot ist heute im Deutschen Museum ausgestellt.
Harald Fritzsch aus der DDR gelang 1968 zusammen mit seinem Freund eine gewagte Flucht per Faltboot über das Schwarze Meer aus dem damaligen Ostblock in die Türkei.
1982, zu Beginn des Falkland-Krieges, landeten britische Kommandoeinheiten mit Klepper-Faltbooten, die vom argentinischen Radar nicht zu orten waren, auf den Falklandinseln und errichteten den ersten Brückenkopf.
1984 unternahm Arved Fuchs die erste und bis heute einzige Winterumrundung Kap Horns mit einem Faltboot. Der bekannte Abenteurer unternimmt in der Folge weitere spektakuläre Expeditionen: Mit Faltbooten zur "Wiege der Stürme" - durch die Inselgruppe der Aleuten/Alaska. 1987 den Versuch der Nordseeüberquerung mit Faltbooten von England aus, 1988 die Feuerland-Expedition mit Faltbooten von Punta Arenas bis nach Puerto Williams (Beagle Canal)
Zu erwähnen ist auch Herbert Rittlinger, der als Reiseschriftsteller und inoffizieller „Faltbootkönig“ viele Bücher zum Thema Faltboot veröffentlichte, unter anderem „Ganz allein zum Amazonas“, „Das bald verlorene Paradies“, „Schwarzes Abenteuer“ oder „Die neue Schule des Kanusports“.
Interessante Links
Hier finden sich nicht nur interessante Beiträge, sondern auch Tipps und Tricks rund um das Wasserwandern. Das Forum für Faltbootfahrer! Sehr lebendig und dynamisch.
www.faltboote.de die Mutter aller Faltbootseiten im Internet, mit Forum, Kleinanzeigen ...
CANOEWEB - die Canadierseiten. Hier gibt es Canadierinfos, Berichte, Tests, einen Marktplatz für kostenlose Kleinanzeigen und das Canadier-Forum.
www.canoeweb.de
Europas größter Zeitschrift für Paddler! Die Webseite des Kanu-Magazins, viele Infos, Tourempfehlungen, Erfahrungsberichte und mehr..
www.kanumagazin.de
Bücher über Wandern mit Boot und ZeltVom "Paddel-Handbuch" über Touren in Griechenland, Lettland/Estland, Finnland über abenteuerliche Ziele in Mexiko, Kanada oder auf den Bahamas bis hin zu exotischen Ziele für Boot und Zelt an Bali's Küste, Indonesien oder an den Südsee Atollen. Hier findet man, was das Herz begehrt und sogar noch ein bisschen mehr.Interessante Wasserwanderwege, hautnahe Berichte von Paddlern und wichtige Tipps und Tricks. Eine feine Adresse für Paddel-Bücher!
www.paddel-buecher.de
280 Seiten, prallgefüllt mit Reise-, Erlebnis- und Erfahrungsberichten rund ums Faltbootleben:
Aus Indien, Australien, Grönland, Kanada, Schweden, Ostfriesland … Impressionen und Photos aus aller Welt. Anekdoten und Döntjes. Recherchen des "rasenden Reporters". Neue Materialien und innovative Entwicklungen im Faltbootneubau. Eigen- und Umbauten. Basteleien und Verbesserungen. Tipps und Tricks. Rezepte. Faltbootsegeln. Faltboot und Bahn. Ausrüstung und Sicherheit. Faltboot und Internet. Bibliographie der Faltbootliteratur. Terminkalender für die diversen Faltboottreffen und -veranstaltungen. Adressen und Bezugsquellen. Inhaltsschwer und bedeutungsvoll. Von Faltbootfans für Faltbootfans
Binsenbummeln und Meeresrauschen - Int. Jahrbuch des Faltbootsports
Auch in Übersee erfreuen sich Faltboote großer Beliebtheit und werden in einigen Foren diskutiert. Hier eines, das man als begeisterter Naturaktivist besucht haben muss. (An Introduction and Guide to the World of Folding Kayaks)
www.foldingkayaks.org
Bescheiden nennt "der Poly" seine Seite eine "kleine Infosammlung für Faltbootfreunde". Das Gegenteil ist der Fall: viele Infos, Tipps und Tricks für jede Lebenslage!
www.faltbootbasteln.de
Hypalon CSM
Hypalon ist ein chlorsulfoniertes Polyäthylen, synthetischer Kautschuk. Es ist in seinen Eigenschaften dem Neoprene sehr ähnlich.
Eigenschaften:
- sehr gute Ozon- und Witterungsbeständigkeit
- sehr gute Alterungsbeständigkeit
- beständiger gegen Chemikalien als Neoprene( speziell bei stark oxydierenden Agenzien)
- schlechte Kältebeständigkeit
- teurer als Neoprene
- Temperatureinsatzbereich - 20 bis + 120° C.
Hypalon ist ein eingetragenes Warenzeichen von DuPont Performance Elastomers für ein sehr hochwertiges, extrem widerstandsfähiges Elastomer. Es ist UV-, temperatur- und alterungsbeständig sowie reißfest. Eingesetzt wird es als Korrosionsschutzschicht, unter anderem für Boote und als Griffmaterial von Messern, da es auch im nassen Zustand sehr griffig und rutschfest bleibt. Es wird weiterhin als Isoliermaterial für elektrizitätsführende Kabel mit der DIN/VDE Bezeichnung 6G eingesetzt. Auch wird Hypalon im Freizeitbereich (z.B. Rucksäcke, Neopren-Anzüge) verwendet.
Neoprene ist ein synthetischer Kautschuk auf Butadien-Acrylnitril- Basis. So vereinigt er fast alle wünschenswerten Eigenschaften eines Kautschukes:
- mittlere Ölbeständigkeit, besser als Naturkautschuk aber kleiner als Nitril-Kautschuk
- Gute Ozon-und Witterungsbeständigkeit, sehr gute Alterungsbeständigkeit, besser als
- Naturkautschuk, aber schlechter als Silikon, Viton
- gute mechanische Eigenschaften und Elastizität, aber weniger gut als Naturkautschuk
- kleine bleibende Verformung bis 70° C, bei höheren Temperaturen jedoch grösser
- diejenige von Nitril-Kautschuk
- Temperatureinsatzbereich - 35 bis + 100° C.
Der Polychloropren-Kautschuk (Neoprene) wird in mehr als zehn Varianten hergestellt, dadurch unterschiedliche Eigenschaften. Neoprene-Kautschuk wird überall dort eingesetzt, wo Artikel der Bewitterung ausgesetzt sind, oder wo diese sporadisch mit Öl in Kontakt kommen(Deckblatt) von Schläuchen, innere Gummierung von Pressluftschläuchen).
Hypalon wird als Trivialname für CSM verwendet, obwohl DuPont nicht der einzige Hersteller von CSMs ist. Die japanische Tosoh Corporation bietet CSM unter den Bezeichnungen Toso-CSM und extos an.
Eloxal-Verfahren
Das Eloxal-Verfahren (von Eloxal, Abkürzung für elektrolytische Oxidation von Aluminium) ist eine Methode der Oberflächentechnik zur Erzeugung einer oxidischen Schutzschicht auf Aluminium durch anodische Oxidation. Dabei wird im Gegensatz zu den galvanischen Überzugsverfahren die Schutzschicht nicht auf dem Werkstück niedergeschlagen, sondern durch Umwandlung der obersten Metallzone ein Oxid bzw. Hydroxid gebildet. Es entsteht eine 5 bis 25 Mikrometer dünne Schicht, die vor Korrosion schützt – die natürliche Oxidschicht des Aluminiums beträgt lediglich wenige nm.
Anwendung: Relativ dicke Eloxal-Schichten (20–25 µm) werden vor allem als Korrosionsschutz in der Bauindustrie, aber auch für Automobilteile und Haushaltsgegenstände eingesetzt. Ungefärbte und gefärbte dünnere Schichten (8–20 µm) dienen vorwiegend dekorativen Zwecken (beispielsweise für die Oberflächen von MP3-Playern oder für Türbeschläge) als auch zur besseren Wärmeabstrahlung bei Kühlkörpern.
Ein Spezialfall sind Harteloxal-Schichten, die wesentlich dicker und härter sind und sich nicht beliebig färben lassen. Diese werden in stark gekühlten (0 bis +5 °C) Säurebädern und höheren Spannungen (bis 120 V) erzeugt und finden vor allem in industriellen Anwendungen Verwendung, wo höchste Abriebfestigkeit und Beständigkeit (wie z. B. im Salzwasserbereich) gewünscht werden.
Faltkajaks: Informationen
Kajaks werden flach im Boot sitzend mit einem Doppelpaddel gepaddelt. Tourenkajaks haben meist eine enorme Zuladung, sind aber deutlich weniger geräumig als Kanadier.
Ihre besondere Stärke spielen die Wander bzw. Seekajaks bei großen Stecken auf großen Gewässern aus. Sie sind sehr tolerant gegenüber Wind und Wellen.
Sie sind meist sehr schnell, haben eine geringe Windangriffsfläche und laden damit geradezu zu ein, zu ausgedehnten Touren auch unter schwierigen Bedingungen.
Insbesondere Zweierkajaks sind für Wildwasser nicht wendig genug. Manche unserer Einerboote eignen sich jedoch für Wildwasser bis WW2, setzen aber einen wirklich geübten Paddler voraus.
Faltkajaks eignen sich vom Einsatz als Wochend-Ausflugsboot bis hin zum Begleiter für Expeditionen unter wirklich schweren Bedingungen. Die meist hohe Kippstabilität der Faltboote macht sie anfängertauglich, lässt aber auch den versierten Paddler bei schwierigen Bedingungen entspannt im Boot sitzen.
Mit etwas Übung läßt sich ein Faltboot in ca. 20 Min. aufrüsten. Beim ersten Mal sollte aber mit einer knappen Stunde gerechnet werden. Es muss zwar eine Vielzahl von Teilen zusammengesetzt werden und etwas Geschick, sowie das Beachten der Aufbauanleitung, sind von Vorteil, aber auf dem Wasser freut man sich sehr über die wunderbaren Eigenschaften der Boote.
Der leise Lauf und der Genuss im Umgang mit den natürlichen Materialien stehen im deutlichen Gegensatz zu Hartschalenbooten aus Kunststoff. Man hört die Wellen und fühlt das Holz, spürt Sonne und Wind - so lässt sich Natur genießen.
Liegt die Priorität auf ausgiebigem Paddeln, mit oder ohne Gepäck, dann ist dem Faltboot der Vorzug zu geben, denn man sitzt in einem richtigen klassischen und schnellen Boot! Paddler, die weniger Teile beim Aufbauen bevorzugen und trotzdem schnell unterwegs sein wollen, sehen sich bitte die Hybridboote an.
Eine gravierende Einschränkung ist zu machen: Als Badeboote sind Faltboote vollkommen ungeeignet - ihre Stärke ist das Kilometerfressen mit und ohne Gepäck, bei gleichzeitigem Genuss im Einklang mit der Natur.
Kajak und Kanadier werden unter dem Begriff „Kanu“ zusammengefasst.
Das Kajak kommt ursprünglich aus dem Norden und war das Jagdboot der Inuit (Eskimos).
Die beiden Bootstypen unterscheiden sich neben dem Unterschied bei Bootsgewicht und Abmessungen vor allem:
- in der Art, wie sie gepaddelt werden: beim Kajak kommt ein Doppelpaddel zum Einsatz, beim Kanadier ist es ein Stechpaddel;
- das Kajak ist gut geeignet für Tagesstrecken, der volumenreiche Kanadier bietet Vorteile vor allem bei Mehrtagestouren und wird daher beim Kanuwandern häufig eingesetzt.
- durch die Lage des Sportlers im Kanu: Beim Kajak sitzt man mit ausgestreckten Beinen unter einem geschlossenem Deck, beim Kanadier paddelt man kniend oder sitzend im offenen Boot.
Faltkanadier: Informationen
Diese Boote werden in der Regel mit einem Stechpaddel im Boot kniend oder auf einem Sitzbrett sitzend gepaddelt. Sie sind sehr geräumig und zumindest im Tourenbereich meist deutlich wendiger als Kajaks.
KANU ist der Oberbegriff für die beiden Bootstypen Kajak und Kanadier.
Kanadier stammen aus Nordamerika. Sie wurden von den dortigen Indianern zum Transport, zur Jagd und zum Fischfang genutzt. Das Kajak kommt ursprünglich aus dem Norden und war das Jagdboot der Inuit (Eskimos). Ebenfalls große Ähnlichkeit weisen die Einbäume auf, die es bereits schon 6000 Jahre vor der Zeitrechnung gab.
Im Kanadier kniet oder sitzt man und entlastet den Körper auf einem „Sitzbrett“. Als Antrieb dienen Stechpaddel. Wer möchte, kann auch ein Doppelpaddel verwenden.
Für Wasserwanderer bietet der Kanadier einige entscheidende Vorteile: Er ist breiter, daher besonders kippsicher, und er bietet natürlich eine große Ladekapazität.
Durch die höhere Bauweise besteht beim Kanadier größere Windempfindlichkeit und er erfordert einen höheren Kraftaufwand (der Kajak läuft leichter). Für offene Wassergebiete ist ein Kajak oft besser geeignet. Für längere Wasserwanderungen ist wegen des nötigen Platzbedarfs für das Gepäck ein Kanadier gut geeignet.
Besonders für Familien
sind Kanadier aufgrund des sehr großzügigen Raumes im Boot bestens geeignet.
Für geübte Paddler auf Touren mit viel Gepäck ist ebenfalls die Wendigkeit des Kanadiers von Vorteil, im Fließgewässer ebenso wie im Wildwasser.
Empfehlung für den Kanadier:
- wenn Sie mehr Gepäck im Boot verstauen wollen
- wenn mehr als 2 Personen mitfahren möchten
Boote: Softfacts
Geradeauslauf
Der Geradeauslauf eines Bootes beschreibt die Fähigkeit des Bootes auch bei Seitenwind und Wellen von der Seite seinen Kurs mit wenigen Korrekturen beizubehalten. Ein guter Geradeauslauf ist dementsprechend besonders auf großen Gewässern bzw. an der Küste von großer Bedeutung. Die hier angegebenen Werte ermöglichen einen Vergleich der verschiedenen Bootskategorien.
Wendigkeit
Beschreibt die fähigkeit des Bootes zu schnellen Richtungswechseln. Auf kleinen Flüssen oder im Wildwasser ist dies von Vorteil.
Einfacher und schneller Aufbau
Die verschiedenen Faltboot Konstruktionen unterscheiden sich sehr stark in der Einfachheit ihres Aufbaus. Die Bandbreite reicht vom bequemen Aufbau ohne Hilfsmittel und ohne Krafteinsatz bis hin zum Einsatz von Werkzeugen, Kraft und Tricks. Die Angaben sind hier relativ zur Bootsgröße. D.h. ein Zweisitzer hat mehr Teile und wird daher etwas längere Zeit in Anspruch nehmen als der vergleichbare Einsitzer. Wenn beide Boote jedoch gleich einfach aufzubauen sind, werden Sie auch gleich bewertet.
Anfangsstabilität
Die Anfang Stabilität beschreibt die Kippstabilität um die neutrale Lage des Bootes. Anders ausgedrückt ist ein Boot mit geringer Anfangsstabilität sehr kippelig. Ein Boot mit hoher Anfangsstabilität liegt hingegen satt Wasser. Man kann ein Boot mit einer geringen Anfangsstabilität allerdings auch als lebendig und eines mit einer hohen Anfangsstabilität als träge bezeichnen.
Endstabilität
Die Endstabilität beschreibt ob ein Boot leicht oder schwer umfällt. Ein Boot mit einer hohen Endstabilität bietet große Reserven und kann auch gut von Einsteigern gepaddelt werden. Aber auch Profis freuen sich, wenn sie einmal das Paddel aus der Hand legen können ohne gleich zu Kentern!
Geschwindigkeitspotential
Das Geschwindigkeitspotenzial ist ein Maß für die Geschwindigkeit die ein Paddler auf Dauer erreichen kann. Wir beziehen diese Aussage ausdrücklich auf die praxisrelevante Dauergeschwindigkeit mit einer dem klassischen Einsatz des Bootes entsprechenden Beladung des Bootes. Dabei spielen die Bootsform und die Länge eine besondere Rolle.
Seegängigkeit
Die Seegängigkeit beschreibt wie gut einem Boot großen Wellen zurechtkommt. Die ist insbesondere die Fähigkeit auch bei starkem Seegang gegen die Wellen vorwärts zu kommen von Bedeutung.
Wildwassertauglichkeit
Die Bewertungswildwassertauglichkeit ist direkt den Kategorien für die Wildwassereinstufung zugeordnet.
Eignung für größere Flüsse und Seen
Die Eignung für größere Flüsse und Seen rückt aus inwiefern das Boot auch zum queren dieser Gewässer geeignet ist. Mit einem entsprechenden Boot kann also auch gut der Uferbereich verlassen werden. Das Wetter spielt einer großen Seequerung eine herausragende Rolle. Die Eignung für größere Flüsse und Seen kann also als Zusammenfassung der Eigenschaften Windtoleranz, Seegängigkeit, Geradeauslauf interpretiert werden.
Eignung zum Küstenpaddeln
Die Eignung zum Küstenpaddeln inkludiert zusätzlich zu den Voraussetzungen des Paddelns auf Seen und Flüssen noch eine gewisse Robustheit des Bootes. Hintergrund: Hier gehen wir davon aus das längere Touren an der Küste getadelt werden sollen. Das heißt man muss mit den Gegebenheiten die man an der nächsten Ausstiegsstelle vorfindet zurecht kommen. Das Boot sollte also auch im beladenen Zustand mit etwas Brandung und Steinen zurechtkommen.
Windtoleranz
Die Windtoleranz drückt aus die gut ein Boot mit starkem Wind zurechtkommt. Hier sind zwei Kriterien von Bedeutung. Wie gut ist ein Boot gegen den Wind zu Paddeln. Und wie verhält es sich mit seiner Richtungsstabilität bei Seitenwind.
Eignung für Wildwanderflüsse
Ein Wildwanderfluss besteht aus Passagen mit leichtem Wildwasser und Passagen mit ruhiger Strömung. Das Boot sollte also für leichtes Wildwasser ebenso geeignet sein wie für das zügige Paddeln auf ruhigen Gewässern. Da Grund- und Felskontakte mit gelegentlichen Schlägen gegen das Gerüst nicht zu vermeiden sind ist eine gewisse Robustheit zwingend erforderlich.
Robustheit
Die Robustheit beschreibt die Belastbarkeit des Bootes in Bezug auf mechanische Beanspruchung wie Grundkontakt, Transport etc..
Schwachwindsegeln
Starkwindsegeln
Ein Boot mit dem man auch auf längeren Touren abseits der Zivilisation noch segeln möchte, sollte unserer Meinung nach auch bei fünf bft noch sicher und zuverlässig segelbar sein. Bei Kajaks und Faltbooten wird diese Eigenschaft meist durch das Hinzufügen von Seitenauslegern erreicht. In diesem Sinne bezieht sich diese Bewertung auch auf das entsprechende bei uns erhältliche Zubehör.